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Grenzwerte sorgen für Verwirrung bei Trinkwasser

Grenzwerte sorgen für Verwirrung bei Trinkwasser
Die Trinkwasserqualität sorgt besonders im Kanton Bern für Fragezeichen.
Bild: Pixabay

Pestizide im Trinkwasser beunruhigen die Bevölkerung. Eine neue Studie des Bundes zeigt: Die Chlorothalonil-Abbaustoffe sind «nicht relevant». Das schreibt die Zeitung «Bund».

Die Studie lag schon seit Anfang Dezember vor, das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) publizierte sie aber erst Mitte Februar, schreibt die Zeitung «Bund». Sie zeigte, wie giftig die im Trinkwasser enthaltenen Abbaustoffe des seit Januar verbotenen Fungizids Chlorothalonil tatsächlich sind. Fazit der Studie: Chlorothalonil als solches ist «wahrscheinlich krebserregend», im Grundwasser ist allerdings nicht der Wirkstoff selber zu finden, sondern Abbauprodukte davon.

Diese Abbauprodukte, auch Metaboliten genannt, sind aus rein toxikologischer Sicht nicht giftig und werden bei jenen Abbaustoffen, die im Berner Trinkwasser häufig vorkommen, als «nicht relevant» eingestuft.

Eigentlich gilt für Metaboliten ein hundertmal höherer Grenzwert im Trinkwasser: 10 statt 0,1 Mikrogramm pro Liter. Das BLV will trotzdem an seinem Höchstwert von 0,1 Mikrogramm festhalten. Weil Chlorothalonil «wahrscheinlich krebserregend» ist, stuft der Bund alle Abbaustoffe automatisch als giftig ein, ungeachtet dessen wie giftig sie wirklich sind. Diese Vorsichtsmassnahme ist auch in der Europäischen Union gängig.